Der Heilige Jakobus

29.07.2026 | Vortrag von Ernst Kraft zum Gedenktag des Heiligen Jakobus am 25.07.26

Dieser Tag ist für eine große Gruppe von Menschen ein denkwürdiger Tag zu denen ich mich ebenso dazuzähle. 
Sie und auch viele andere gedenken heute an den Heiligen Apostel Jakobus, dessen Grab sich unter der Kathedrale in Santiago de
Compostela befindet. 
Es sind Hunderttausende, ja  Millionen Jakobuspilger die schon seit vielen Jahrhunderten auf dem Camino de Santiago gepilgert sind oder sich gerade auf dem Weg befinden. 
Ich werde ihnen keine Pilgerstatistik servieren…. nein es geht um das Leben des Heiligen, der zu Jesus eine besondere Beziehung hatte. 
Das Leben des hl. Jakobus
Jakobus, der Sohn des Zebedäus (Mk 1,20) und der Maria Salomé, war der Bruder des Johannes und der erste Märtyrer unter den Aposteln. Jakobus, der als Fischer am See Genesareth (Mk 1,19) arbeitete wurde zusammen mit Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas zum Jünger von Jesus erwählt.
Jakobus und die anderen ließen alles zurück und folgten Jesus nach. Er und die drei anderen Erst-Erwählten Johannes, Petrus und Andreas waren diejenigen, die ihm am nächsten standen und bei vielen Ereignissen in Jesu Leben begleiteten. 
Wir finden Jakobus u.a. bei der Auferstehung der Tochter des Jairus (Mk 5,37), bei der Verklärung auf dem Berg Tabor (Mt 17, 1f) und im Garten Getsemani (Mt 26, 37ff). Aller Wahrscheinlichkeit nach verbindet ihn mit Jesus sogar eine Blutsverwandschaft, wie die Mutter des Jakobus Salome, mit der hl. Anna, der Mutter Marias (v. Narzareth) verwandt war.  Gemäß dem heutigen Evangelium n. Mt., bat die Mutter Maria Salome, für ihre Söhne Jakobus und Johannes um einen Platz im Himmelreich. Jesus fragte darauf.‘‘  Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?‘‘  Diese Frage bejahten Jakobus und Johannes. 
Jesus aber, antwortete mit der Voraussage seines eigenen Martyriums. Diese Voraussage erfüllte sich dann auch: König Herodes Agrippa ließ Jakobus um das Jahr 44 n. Christus als ersten Apostel in Jerusalem enthaupten. (Darstellung i. d. Jakobuskirche Baden-Baden/Steinbach)
Wie kam Jakobus nach Spanien?
Jakobus war ein leidenschaftlicher Mensch, ungestüm und begeistert, der sich in einem beherzten Überbringer der Botschaft Christi
verwandelte und so allen, denen er begegnete, die große Nachricht vermittelte, die die Menscheit erhalten hatte; ,, Der Tod wurde
besiegt, Jesus ist auferstanden.‘‘ Mit seiner eher -erfolglosen-Verkündigung in Hispania, erreichte er wieder Jerusalem und leitete dort die christliche Gemeinde. 
Wie schon erwähnt, wurde er durch eine große Christenverfolgung im
Heiligen Land hingerichtet.(vergl.Apg.12,2). 
Seine beiden einzigen Jünger Theodomir und Athanasius, fanden sich nicht mit dem Tod ihres Herrn ab, sie raubten den Leichnam und
legten ihn auf ein Schiff ohne Steuer und Segel.  Der Engel des Herrn habe das Schiff nach Iria Flavia an der Nordwestspanischen Küste – (heute Padron) geleitet. 20 km von Santiago de Compostela entfernt.  Seine Jünger nahmen den Leichnam aus dem Boot und brachten ihn auf einem Ochsenkarren auf eine Hochebene in der Region Galicien, wo sie ihn begruben. 
Die Überführung erfolgte an einem 25. Juli, dieser Tag wird heute als Haupt-Feiertag des Apostels begangen. 
Es folgte eine lange Zeit des Vergessens, von der Lage des Grabes kündigte nur eine schwache mündliche Überlieferung. 
Diese Stelle ist das heutige Santiago de Compostela, (San Tiago) das seinen Namen Campus Stellae (= Sternenfeld). Unter den Licht-und Sternenregen, die sich dem Eremiten Pelagius eines Nachts im Jahre 842 zeigten, befand sich die Stelle des vergessenen Grabes des Apostels Jakobus. 
Der Bischof Theodomir von Flavia Iria wurde herbeigerufen und ließ das Grab öffnen. Der Inhalt wurde als die Gebeine des Apostels
Jakobus identifiziert. Die Kunde verbreitete sich mit großer Geschwindigkeit, denn außer in Rom gab es nirgendwo ein Apostelgrab.
Bischof Theodomir starb im Jahre 847, seine Grabplatte hat sich bis heute erhalten und gibt den Ereignissen historische Gewicht. 
Die Reliqien des Apostels wurden mit zum wichtigsten Pilgerziel des Mittelalters. Nach Santiago zu pilgern, um ihm das persönliche Leid, die eigenen Nöte zu Füßen zu legen und ihn zu um Hilfe zu bitten waren Motivation genug.
Ja, noch bedeutender war aber der Ablass von Sünden (insb.bei einem Grab eines Apostels). Weitere Beweggründe waren eine gute
Todesstunde und eine Aufnahme in das Reich Gottes. Damals gab es noch eine Gottesfürchtigkeit, die heute kaum noch zu finden ist.
Viele Pilger kehrten nicht mehr zurück, wovon noch viele Friedhöfe entlang des Pilgerweges, meist bei Klöstern, Zeugnis geben.
Je mehr Pilger kamen, desto mehr wurde Jakobus auch zum Padron, Fürsprecher und Helfer der Pilger, was ihn auch außerhalb Spaniens populär machte.
Viele seiner Darstellungen zeigen ihn -vor allem in Deutschland- als Pilger mit Pilgerhut, Pilgermuschel, Kalebasse (Trinkbeutel) und
Pilgerstock. (siehe Pilger auf der K-A.Brücke). Auch die Mitnahme eines Pilgerkreuzes bei religiösen Gruppen war ein prägendes Erkennungszeichen. (oft zu sehen in Bayern, Nordbaden und Hessen). 
Der ständig wachsende Pilgerstrom machte im Jahre 1078, den Bau einer neuen Kathedrale erforderlich. In einem Artikel wird die Fassade der Kathedrale als ein Evangelium aus Stein bezeichnet. 
An der romanischen Südseite der Kathedrale, ,,Las Plateras‘‘ genannsieht der Pilger ein in Stein gehauenes Christus Symbol, in dem sich
das Alpha und Omega (Anfang und Ende), umkehrt in Omega und Alpha ( Ende und Anfang). 
Es bedeutet, dass das Ende des Weges nach Santiago, der Anfang eines neuen Weges (nämlich den Pilgerweg des Lebens - zurück in
den Alltag) ist, den der Pilger danach verwirklichen soll. 
 
Nach dem Erreichen seines Zieles meinte ein deutscher Pilger: 
 
Bei der Ankunft am Ziel wurde mir klar, dass all diese Wochen für mich
eine Etappe des langen Weges zu Gott gewesen ist. Und ich kann hier
wirklich zum Apostel Jakobus sagen: ,, Zeige mich dem Herrn‘‘, um
danach den Weg wieder aufzunehmen.‘‘
 
Das kann der Pilger auf mehreren Arten tun, in dem er sich in den kirchlichen Einrichtungen seines Landes engagiert.
In vielen Orten Deutschlands gibt es auch Jakobus-Gesellschaften. So auch bei uns, die badische St. Jakobusgesellschaft e.V, die die
Pilger sicher durch unsere Heimatregion führen um in Basel in die Westschweiz oder in Breisach ins Burgund und weiter nach Spanien
zu gelangen. Der Verein hat das Ziel, die Wissenschaft, Religion, Völkerverständigung und Kultur im Hinblick auf die Pilgerschaft nach
Santiago de Compostela im Bereich des Landesteils Baden zu pflegen und zu fördern. 
 
Neben der Pflege der Wege fördern wir u.a. die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, die sich mit der Erhaltung der deutschen
und europäischen Jakobswege widmen.  Unser Verein verpflichtet sich, seine Ziele und Aufgaben im christlichen Geist umzusetzen. 
All das sind Mittel, um das Engagement an der Zusammenarbeit beim Aufbau des Reiches Gottes zu fördern und den anderen zu helfen,
dasselbe zutun. 
  ,,Yo soy el camino, la verdad, y la vida‘‘  
oft zu lesen in Klöster und in kirchlichen Herbergen,
übersetzt: 
  ,, Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben‘‘  
(zu lesen im Johannesevangelium (14,6,) –  (Bruder des Jakobus)
 
Schließen möchte ich mit einem Segen aus der Kirche Santa Maria del Palacio in Logrono /Region Navarra. (Esp.) 
 
Möge der Weg der Pilgerschaft eure Augen öffnen,
dass der Jakobsweg für den Weg des Lebens steht.
Ihr werdet mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben,
ihr müsst lernen, Hindernisse zu überwinden,
ihr werdet Freud und Leid erleben,
ihr werdet Menschen verschiedenster Länder kennenlernen,
vielleicht Freundschaften für ein ganzes Leben schließen,
Mögen wir schweigen lernen,
Die Einkehr in der Stille, erschließt uns den Weg, 
Möge der Herr uns segnen,
Möge der Herr uns helfen,
Möge der Herr uns seinen Frieden schenken.
 
Der heilige Jakobus segne uns, er bewahre uns vor Unheil und
führe uns zum ewigen Leben. 
Amen!
 
Ernst Kraft/25.07.2026